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FroschkönigInnen und der geregelte Verkehr

17. April 2013

Wenn die Sonne untergeht, wandern amüsierwillige Männer und Frauen vom Land über die Chaussee…

Sie ist stärker, die Frau, deswegen schultert sie ihren Auserwählten. Aber was sucht sie heim, derweil sie zehn Amors übereinanderstapelt durch die Gegend buckelt? – Frauenmangel bei Kröterichs!

Das brave Krötenweib schleppt seinen Prinzen kilometerweit. Sie ist mit ihm auf dem Weg zum Tümpel ihrer Geburt. Der Marsch könnte weniger beschwerlich sein,  entließe sie ihren aufgefädelten Nachwuchs in nähere Pfuhle. So ausgekocht sind allerdings nur vereinzelte Backfische.

Da die Kröten verständlicherweise anderen Verkehr als den auf der Straße im Kopf haben, regeln den letzteren Stadtverwaltung und Anwohner. Pünktlich, kurz vor sieben, geht der Schlagbaum runter. Und Frau Müller steht davor, weil sie ausnahmsweise aus der falschen Richtung zum Heimathafen will. Da dreht frau halt und fährt woanders lang. Aber nicht alle Wege führen heim.

Genau genommen muss man sich in Folge völkerwanderungsbedingt gesperrter Hauptstraße bei den Bessersituierten langschleichen. Die mögen aber den Durchgangsverkehr des gemeinen Volkes nicht und tun dies mit Durchfahrtverbotsschildern kund. Weil das gemeine Volk sich darum wenig schert – immerhin hat auch der Plebs ein Recht auf Feierabend – holen sich die Bessersituierten ab und an Hilfe von der Polizei.

Hier kommt jetzt der Punkt, wo mich verunsichert.
Ursprünglich langte:

Scheibe runterkurbeln

Guten Abend. Hier dürfen Sie nicht durchfahren!“

„Oh, habe ich gar nicht gesehen… Kommt nicht wieder vor!“

„Dann gute Weiterfahrt.“

Scheibe hochkurbeln

Irgendwann muss das wem zu blöd geworden sein. Statt des lehrreichen Dialogs oblag einem jetzt bei Kontakt 15 EUR Wegzoll abzudrücken.

Ein gutes Argument. Dort fahre ich nicht mehr durch.

Ich bin aber dafür, wir vergelten! Wir könnten unsere Straße auch Anwohner-Frei machen. Noch besser: Wir führten das in ganz Mülheim ein, dann hätte sich das mit den grünen, gelben und roten Abziehbildern an der Windschutzscheibe auch erledigt!

Für das Feinstaubplakettenregulativ gibt es übrigens auch solche guten Argumente. Reist man nach Oberhausen ein und trägt das Ding im Geldbeutel am Mann, kostet das exakt 60 EUR plus eine Briefmarke für den Anhörungsbogen.

Da muss man reinschreiben, was man sich dabei gedacht hat. Dass einen das handschriftliche Kennzeichengeschmiere stört, zum Beispiel.

Und die Stellungnahme wird auch erwartet! Wer den Fragebogen jungfräulich in einem Ordner ablegt – weil er meint, die Sachlage sei klar und Fehler sei Fehler – erhält einen weiteren Bescheid für 25 EUR on top. Wegen Missachtung des Kommunikationswegs. Ja, liebe Leser, Lernen durch Auseinandersetzen!
(Es wäre sehr freundlich, sähen Sie davon ab, nachzufragen, wieso ich das weiß.)

Jedenfalls wird der Krötenumzug in diesem unberührten Frühjahr länger andauern. Und so nachts das Quecksilber auf unter 7 Grad schrumpft, bleiben die Kröten daheim. Viecher schimpfen halt auch auf’s Wetter. Drum Obacht wenn es dustert!

IMG_5225

Ein kleines P.S. für Locationbewanderte, die stutzig macht, warum ich nicht einfach die paar hundert Meter weiter gefahren bin und dann abgebogen: Bin ich gestern auch! Aber die Baustellenzeit gilt es gleichwohl zu verdauen… 😉

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From → Kolumnen

4 Kommentare
  1. Die Reichen und die Schönen haben eben auch die reichen und die (vielleicht nicht so) schönen Anwälte und alles, was zur Macht dazu gehört. – Ich habe es früher immer nicht glauben wollen, aber es ist wirklich so.

  2. Woher weißt du, dass es 60 Euro und nochmal 25 sind?

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