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WespAttack

24. Juli 2017

Am Freitag wollte mir meine Arbeit nicht recht von der Hand gehen und so vertrieb ich mir die Zeit mit Hausarbeit.
Zuerst kratzte ich Unkraut aus den Pflastersteinen vorm Haus und weil es danach nicht besser um meine blitzgescheiten Ideen stand, wässerte ich die Bäume.
Immerhin ist es heiß und da trinken alle viel.
Ich kniete mich am Teich nieder und wie ich gerade die Gießkanne unter Wasser döppte, durchfuhr meinen kleinen Finger ein heftiger Schmerz.
Was war das??
Hatte sich die blöde Kanne etwa gewehrt und mich gebissen?
Die sollte sich mal nicht so anstellen, ich hole seit Jahren auf die Art Gießwasser aus dem Teich.
Doch dann sah ich es: Eine Wespe hatte mich gestochen!
Das Viech musste sich genau so erschrocken haben wie ich, denn es war ins Wasser gefallen und strampelte wild.
Nun bin ich ja ein herzensguter Mensch.
Augenblicklich vergaß ich mein eigenes Leid und hatte nur noch die Rettung des zappelnden Lebens im Sinn.
Eilig tauchte ich also meine schmerzende Hand in die Dreckbrühe, entfaltete sie unter der Wespe wie eine Rettungsinsel, zog raus: Da stach das Scheißvieh mich doch tatsächlich noch einmal!
Diesmal in den Ringfinger!
Herrschaftszeiten, tat das weh!
Brüllen und Vieh abschütteln war eins!
(Ich möchte mich an der Stelle aufrichtig bei meinen Nachbarn entschuldigen.)
Das Viech landete abermals in den Teich – es konnte mich jetzt am Arsch lecken.
Gerade wollte ich in die Küche eilen, um mir aus Erste Hilfe-Gründen eine Zwiebel aufzuschneiden – da kriegten meine Fische die Sache spitz.
Der dickere von beiden, Lilly genannt, dümpelte wie ein Hai von unten heran und sperrte in Zeitlupe das Maul auf.
Ich brüllte zwar, er soll das lassen, aber es half nichts: Plopp, war die Wespe verschwunden.
Mir blieb erneut fast das Herz stehen.
Mein Lillyfisch verzog sich daraufhin eilig mit seiner Beute unter die Seerosen.
Sein Kumpel schwamm mit, die beiden sind halt ein Schwarm.
Sie scheinen es aber beide überlebt zu haben, denn bis jetzt treibt keiner oben.
Ich muss die gleich erst mal füttern, nicht dass die nachher meine Gießkanne fressen!

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From → Kolumnen

73 Kommentare
  1. was für ein Tag!:-D Wie geht es deiner Hand inzwischen?

    • Also, das mit den Zwiebeln ist echt ein Wundermittel! Ich habe schnell noch mein Eheglück abgezogen, weil ich dachte, sonst krieg ich am Finger Wespentaille – aber das wäre vermutlich nicht mal nötig gewesen, die Zwiebel hat es gerichtet.
      Allerdings stinke ich heute immer noch wie ein Sonntagsbraten. 😀

  2. Ich liebe solche ggut erzogene Fische . 😊👍

  3. Es gab bei mir schon Vorsichtszeiten, da bin ich mit einer Zwiebel und einem Messer unterwegs gewesen, weil ich diese Wunderwirkung kenne.
    Vor Jahren trank ich Dussel mal aus einer Flasche, in der eine leider noch lebende Wespe war, die mich dann auch prompt in den Hals stach – und das auf einem abgelegenen Zeltplatz. Ich organisierte mit einer leichten Panik in den Augen jemand, der mich mit meinem Trabant in eine Arztpraxis fuhr. – Und die Krankenschwester meinte (zu Recht): Wenn Sie bis jetzt nicht erstickt sind, dann machen Sie das auch in der nächsten Zeit nicht.“
    Damals war es mit den Allergien noch nicht so schlimm.

  4. Du Arme, du hast mein absolutes Mitgefühl. Hier tummeln sich Heerscharen von Mücken, sitzen immer auf dem Sprung und warten auf mich. Was habe ich bloß verbrochen.
    Ich wünsche dir eine stichfreie Woche!

    • Zur Mückenabwehr habe ich leider gar nichts in meinem Hausmittelchensammelsurium. Nur dann zur Behandlung: da wärenw ir wieder beim Aloe Vera-Gel. Aber das ist auch immer nur kurzfristig den Juckreiz lindernd, das Wahre ist es also auch nicht.
      Man bräuchte auch bei Mückenstichen so was heimisches aus Großmutters Zeiten …

      • Tigerbalm soll sehr effektiv sein und das Jucken sofort stoppen. Ich werde mir das heute mal besorgen…

      • Stimmt, das habe ich auch schon mal gehört!
        Bei Kopfschmerzen soll das auf der Stirn auch helfen.
        Wenn du probiert hast, berichte bitte! ❤

      • Mach ich, bei Kopfschmerzen hilft es in jedem fall! Erprobt!

  5. Und wie geht’s der Hand?

  6. Undank ist der Wespe Lohn!
    Gegen deren „Lohn“ soll auch – Achtung, unappetitlich – Ohrenschmalz helfen. Man hat die Apotheke sozusagen immer dabei. Zum Glück musste ich es noch nicht ausprobieren.

    • Bäääääääähhhhhh! 😀 😀 😀

    • Hast Du´nen Wespenstich am Hals,
      so hilft Dir sicher Ohrenschmalz.
      Doch, fehlt der Schmalz Dir in den Ohren,
      musst Du wohl beim Nachbarn bohren.

      *gute Besserung 😉

    • Dann geht das nicht, o je – wie schade!
      Auch nicht Nutella, Marmelade,
      dann lieber doch den Zwiebelsaft,
      der Heilung Dir nach dem Stich verschafft.

      Guten Appetit!
      😉

      • Klingt echt wesentlich appetitlicher.
        Wobei das jetzt gar nicht mehr so wichtig ist: Ich bin fertig. Mehr essen muss man an einem Tag eh nicht. 🙂

      • Klingt zwar „bä bä“ – aber wenn’s hilft wenn gerade keine Zwiebel zur Hand ist., Wer rennt schon ständig mit ’ner Zwiebel rum? Wie schon erwähnt: Ich musste es noch nicht ausprobieren.

      • Klar, das ist wie mit der Not und dem Teufel: Da spachtelt der auch Fliegen. 🙂

  7. Liebe Anke!
    Das war also dieser markerschütternde Schrei, der bis auf die Alm gedrungen ist. habe ich mich nicht getäuscht. Das klang ja fürchterlich. Ich hoffe, die Wespe hat den Gedanken, sie möge Dich am Arsch lecken nicht zu wörtlich genommen und dort auch noch zugestochen. Na, Hauptsache die Fische und der Finger haben alles gut überstanden 🙂
    Herzliche Grüße und einen gesunden Wochenstart
    Mallybeau

    • Ich hab’s doch gewusst: Ich hab alles z’ammgebrüllt! Mann, hoffentlich geben die Kühe jetzt auf den Schrecken auch genug Milch! :-O
      Ja, Finger, Fische (und auch mein Gesäß), alle wohlauf. Im Moment regnet es, also besteht auch keine Gefahr für meine Gießkanne. Und das auf einen Montag: herrlich! 🙂
      Küsschen auf die Alm ❤

  8. 😂😊🤣 nur gut, dass du nicht allergisch bist, das hätte böse enden können 😣
    Zwiebel ist gut 👍

  9. Bei Wespen endet dann auch das Mitgefühl des herzensguten Naturliebhabers: Als ich vorigen Sommer auf dem Dachboden ein Wespennest entdeckt habe, das doppelt so groß war wie ein Fußball, habe ich mutig zu einer, wie sich zeigte, sehr wirksamen, Waffe aus dem Hause Bayer gegriffen. Gut, so viel Mut war auch nicht nötig, denn mit dieser chemischen Klein-Kanone konnte man aus 8 Metern Entfernung das Nest mit Giftschaum einsprühen. —– Dieses Jahr habe die Hummeln den Garten übernommen, aber die sind ja harmlos.

    • Ich habe auch bis jetzt jedes Jahr Wespen im Dach gehabt, außer in diesem Jahr. Ich frage mich, was die hier ständig wollen, sind doch genug Schuppen und sonstige Unterschlupfe überall. Ab Ende Juli fressen sie sich dann durch die Drecke und schwirren als Kompanien durch das Haus.
      Letztes Jahr ging es bis Weihnachten, dass immer wieder ein eingestaubter schwarzgelber Geist wo durchkroch.
      Scheint aber gut gewesen zu sein, dass das so lange ging, weil dieses Jahr haben wir die Hütte mal für uns. 🙂

  10. auch der held musste lernen … seinen *helferreflex* temporär zu unterdrücken …

    manchen wesen kann man nicht helfen … die muss man einfach den fischen überlassen …

    • Dabei haben ja Wespen, wie jedes andere Lebewesen auch, echt wichtige Daseinsberechtigung. Sie räumen nämlich zum Beispiel auf. Nicht bei mir daheim – wobei ich da auch nichts dagegen hätte – sie räumen zum Beispiel Aas weg. Tote Viecher. Wenn sie jetzt noch raffen würden, dass bei mir kein Toter rumliegt, dann könnten wir exakt friedlich koexistieren. 🙂

  11. so ein blödes viech das!
    na zum glück brauchst du deine hände ja sonst zu nix …. hihi 😉 😀
    meine oma wurde ganze 3 mal an einem tag gestochen. 1. beim wäsche aufhängen, 2. beim wäsche abhängen und dann gleich noch mal als sie im haus die schuhe wechselte in die große zehe. zum glück ist sie bei sowas fast völlig unempfindlich. aber dann hatte sie doch endgültig die schn…. voll.
    das mit der zwiebel hat bei mir auch immer sehr gut geholfen. und ich finde es ja so toll das du rächerfische beherbergst. die würde ich aber sowas von pflegen. vielleicht müssen sie mal einen einbrecher fressen ..

    • 😀 😀 😀

      Stimmt, die fressen jeden, der da versehentlich rein kommt. Und ansonsten üben sie ja seit dem Sommer springen 😀

      Deine arme Omma! Dabei dachte ich beim Lesen, die dritte Wespe müsste sie beim Wäsche in den Schrank räumen erwischt haben. Frag nochmal nach, da war bestimmt was! 😀

  12. Die wissen einfach, dass Du so ein großes Herz hast. 😉 Was fürn Tag, das könnte keinem Drehbuchscrheiber so einfallen. Aber jetzt machst Dich an die Dressur Deiner Kampffische, dann kann die Wespensaison kommen! Ich finde ja sowieso, dass die dieses Jahr extrem früh dran sind. Wir haben sie gestern vom Kaffeetisch weggeräuchert, waren danach aber ob des seltsamen Räucherwerks ein bisschen benommen … 😉

    • Also war das auch was gegen Zweibeiner? Mann, was war das für ein Teufelszeug?? 😀
      Ich frage, weil man kann ja nie wissen, wofür man das mal brauchen könnte …
      Auf die Liste mit den Hausmittelchen, weißt schon 😀

      • 😀 Jaja, man weiß ja nie, wen man vertreiben möchte! Das war so eine Räucherspirale, aber da war nicht nur Citronella drin. Keine Ahnung, was sonst noch drin war. „Wo hastn DAS her?“, war die Unisono-Frage. Ich weiß es leider nicht mehr! So ein Pech.

      • Aber echt, so ein Pech aber auch! 😀
        Nächstes Mal schreib das grundsätzlich auf den Boden von dem Ding. Bei Milch isses nicht nötig, das kriegt man auch online am Suchbild raus 😀

      • Jawoll, mache ich. Was fürn LifeHack! 😀

  13. Eine Biene hätte ich ja sofort gerettet, aber eine Wespe? Nee, da hört meine Tierliebe auf. Ich finde diese Viecher so fies. Na ja, weißte jetzt ja selbst, nech? 😉 Gute Besserung jedenfalls!
    Ein bissl Schrecksekunde beim Lesen war’s ja schon. Lebt Fischi noch? Spannend schreiben kannste halt 😉

    • Alles gut, Fischi ist wohlauf!
      Vielleicht war es auch einfach so, dass beim dritten Stich nicht so schnell Gift nachproduziert wurde. Ich dachte ja erst, als der auf der Flosse kehrt machte, er würde gleich platzen – aber war nix. Alles friedlich draußen, die Jungs dümpeln gemächlich nebeneinander und genießen den Regen. 🙂

  14. Hab weiter oben schon gelesen, dass du das Zaubermittel Zwiebel angewendet hast. 😉 Da bin ich jetzt sehr beruhigt, auch darüber, dass beide Fische die WespAttack unbeschadet überlebt haben.

    • Zwiebel ist wirklich ein Allrounder. Wenn bei uns einer schlimmen Husten hat, kriegt der Zwiebelsaft. Halbe Zwiebel kleingehackt, ordentlich Zucker dran und nach ungefähr zwanzig Minuten ist genug Saft gezogen. Löffeln, schlucken, ab ins Bett! 🙂

  15. Autsch!!! Schwacher Trost – beide Male hat die Wespe wahrscheinlich in Panik zugestochen. Aber davon tut es natürlich nicht weniger weh.

    Und ja, Zwiebeln sind wirklich gut für alles – beispielsweise schützen sie auch vor Erkältungen: Morgens eine halbe rohe Zwiebel essen (auf Mett <3), und von den ganzen Rotzschleudern in Bus und Bahn kommt einem keiner zu nahe. ^^

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