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Die Sache mit den Fichten đŸŒČđŸŒČ

28. September 2020

Meine Freundin Moni flĂŒstert mit BĂ€umen. Sie beschĂ€ftigt sich esoterisch mit Baumwissenschaften. Kennt Ihr?

Der Lehre nach besitzt jeder von uns seinen Partnerbaum. Also einen, der ihm wesensgleich ist. In meinem Fall – meint Moni – sei das der Apfelbaum!
Da muss sie sich irren, weil wenn ich einen Apfelbaum betrachte, regt sich bei mir wenig. Handelt sich um einen Baum – genau wie der sich vermutlich denkt: Oha, ein Mensch, der mich leer frisst.
In Wallungen gerate ich aber bei Birken und bei Fichten!
Rauschende Birken, deren lange Wedel wie Besen vom Himmel baumeln, und romantische MĂ€rchenwaldfichten mit leckerer Pilzpfanne darunter. Einfach herrlich, da geht mir das Herz auf!

Vermutlich liegt meine Resonanz daran, weil‘s rund um mein Elternhaus so ausschaut. Wir thematisierten das ja schon des Öfteren: Ich kenne Fuchs und Hase in der zigsten Generation persönlich.

So, wat soll dat denn nun mit der langen Einleitung?
Hier beißt sich die Katz nĂ€mlich in den Puschel!
Ich wohne nun schon eine Weile nicht mehr bei den Eltern. Es war, wie das bei vielen Landeiern schon immer der Fall war: Wir schnĂŒrten ein BĂŒndel und machten uns auf den Weg zu den big Jobs! Zu allem Übel verliebte ich mich dann auch noch unterwegs – na und so kam halt eines zum anderen.

Weil es meinem Ausgeguckten nach einer Weile krĂ€ftig auf die Zwiebel ging, dass ich ihm bei jeder Gelegenheit ins Ohr lamentierte, wie sehr ich meine BĂ€ume vermisste – suchte er nach angemessener Zeit einen baumreichen Stellplatz fĂŒr uns. Gleich neben einem Fichten-Paar schlugen wir unser Zelt auf.

Zwei đŸŒČđŸŒČ ĂŒbrigens, von denen der Tannenfreund trĂ€umt: schlanke Gestalt, gerader Wuchs und lange Wedel mit feine Zapfen zur Weihnachtszeit. Katalogisiert als was Serbisches – wĂ€hrend der Eiszeit hatten die sich nach dorthin in Sicherheit gebracht.

Die BĂ€ume und ich: Vom ersten Kontakt an lief das super mit uns! (Ich meckere seitdem auch viel weniger ĂŒber andere Dinge.)
Klingt alles fein? Aber jetzt mischt Dramatik rein!

Im trockenen Sommer vor drei Jahren, als auch hier in meiner beschaulichen Pott-Gegend das Fichtensterben begann, schwor ich meinen Tannen: „Ab jetzt gieße ich Euch! Wer keinen Durst leidet, der kĂ€mpft besser! Euch holen diese Scheißviecher nicht!“

Die ersten beiden Jahre lief alles glatt. Meine Schönen: frisch und grĂŒn, eine Augenweide. In diesem FrĂŒhjahr war es aber so, dass ich ein Projekt hatte. Die Deadline nahm mich so in Anspruch, ich kam wochenlang kaum noch vor die TĂŒr. Je heißer es draußen wurde, desto heißer wurde meine Arbeitsphase. Ich ging nicht mehr nur nicht raus, ich vergaß auch alles außerhalb meines Schreibtischradiuses. Leider vergaß ich auch mein Versprechen 


Meine SchĂŒtzlinge mĂŒssen nach mir gerufen haben – BĂ€ume schreien nĂ€mlich im Ultraschallbereich, wenn sie Durst haben! – ich hörte sie nicht.

Eines Tages – endlich hatte ich meine erste Abgabe hinter mich gebracht – trat ich blinzeln nach draußen ins Sonnenlicht. Mann, war das grell!
Meine Tannen litten, das erkannte ich auf den ersten geblendeten Blick.
Schnell fĂŒllte ich aus dem Teich zwei Gießkannen, die sie gierig austranken. Weil mir selber klar war, dass eine popelige Kanne pro Baum nicht reichte, holte ich den Schlauch. Bei der Gelegenheit entschuldigte ich mich ehrlich fĂŒr die VernachlĂ€ssigung. Obenrum wirkten sie gleich ein wenig frischer. Die StĂ€mme schauten auch krĂ€ftig aus – noch mal GlĂŒck gehabt!

Warum ich mich dann ins Dickicht schlug, weiß ich auch nicht, es muss wohl Intuition gewesen sein. Jedenfalls zwĂ€ngte ich mich zwischen BrombeergestrĂŒpp und anderem fleischfressenden GrĂŒnzeug rein und in dem Augenblick, wo sich zwei so dĂ€mliche Ranken um meine linke Wade wĂŒrgten, um mich gemeinsam von den FĂŒĂŸen zu zerren, entdeckte ich am Stamm der Rechten ein paar kleine Löcher. Knapp darunter hatte ein winziges Spinnennetz gelbbraunes Pulver aufgefangen, sah aus, als hĂ€tten die mit Kurkuma gewĂŒrzt. Weiter oben das Gleiche. Da lag eindeutig SĂ€gemehl! Geschockt scannte ich den kleineren der BĂ€ume – sah so Ă€hnlich aus.

In dem Moment kam mein Mann von der Arbeit nach Hause. „Was machen wir denn jetzt??“, wetterte ich los.
Mein Mann winkte ab: „Quatsch, die haben nichts, die sind beide grĂŒn!“
Nun ist mein Mann nicht bloß ein Mann, er ist obendrein StĂ€dter …
Ich gab aber sofort Ruhe, ich wollte gar nicht recht behalten!

Besondere UmstĂ€nde erfordern besondere Maßnahmen! Auf der Stelle korrigierte ich deshalb meine To-do-Liste! Auf Prio 1 – in Rot und fett! – blinkten jetzt statt des Jobs meine TannenbĂ€ume! TĂ€glich 2 x goss ich sie fortan. FrĂŒhmorgens und am Abend.

Nach drei Tagen fingen meine Lieblinge an zu nadeln. Normal, eine monatelange Durststrecke steckt man nicht so einfach weg. Ging mir ja selber auch so. Indes nahm die ErderwĂ€rmung weiter zu und es wurde draußen fĂŒrchterlich heiß. Die BĂ€ume schwitzen auch mega und schmissen so heftig viel Nadelkleid von sich, dass ich die Terrasse fegte. Sehr zum Ärger des kleinen Spechts, der ein paar Tage zuvor in meine WeihnachtsbĂ€ume eingezogen war. Der Kleine kriegte bald einen Herzinfarkt, als ich meinen Besen zĂŒckte. Damit er seine Arbeit tun konnte, ließ ich das mit dem Fegen wieder sein.

Machen wir es kurz 
.
Trotz der extremen hochsommerlichen Temperaturen schneite es nun fett bei uns im Garten. Ohne Unterlass segelten grĂŒne Flocken vom Himmel und deckten alles zu, was draußen stand.
Ganze drei Wochen hat die Belagerung gedauert, dann war es vorbei …

Heute kommen die GĂ€rtner 😱

Ein Buchdrucker ist nicht nur ein Buchdrucker – er kann auch BorkenkĂ€fer sein! 🙀


P.S.: Ich hoffe sehr, dass sich das mit den BorkenkĂ€fern so verhĂ€lt, wie das mit den BuchsbaumzĂŒnslern der Fall war: Eines Tages waren die einfach wieder verschwunden! đŸ’ȘđŸŒ

 

P.P.S.: Und wer neugierig ist und wissen möchte, welches geheime Projekt das war, das mich meine Fichten vergessen ließ, der schreibt mir gerne eine Mail: send2goodword@gmail.com
Zumindest der Teil ist mir nĂ€mlich gelungen! 🙂

 

From → Kolumnen

54 Kommentare
  1. Mein Partnerbaum dĂŒrfte der Purzelbaum sein.
    😉

  2. Die Armen…..
    Hast du dir schon eine Alternative ĂŒberlegt?

    • Nein, im Moment weine ich noch. Denke die Trauer wird sich noch ewig hinziehen … 😩

      • Da blutet das Herz, ja.
        Ich möchte auch nicht daran denken wie es sein wird wenn bei mir die alten ObstbĂ€ume hinĂŒber sein werden.

      • Das ist auch besonders schlimm!
        Bei mir daheim stirbt auch fast jedes Jahr einer, der Ă€lter als meine Großeltern war. Letztes Jahr eine GoldpermĂ€ne (Google das mal, der hĂ€lt sich den ganzen Winter! <3) Und dieses Jahr schaut es aus, als wenn eine der uralten Birnen nicht mehr könnte … 😩

      • Von der GoldpermĂ€ne habe ich schon gehört.
        Es gibt zum GlĂŒck immer Menschen die versuchen die alten Sorten zu erhalten.

      • Wir haben dann daraufhin eine fĂŒr uns hier im Internet aufgetrieben. Steht jetzt im zweiten Jahr. Ist gut angegangen, hat allerdings dieses Jahr nicht geblĂŒht. Soll sich Zeit nehmen, Hauptsache sie kommt durch 🙂

      • Da drĂŒcke ich mal die Daumen.
        Der Erziehungsschnitt ist bei jungen BĂ€umen immer wichtig, damit sich eine gute Krone entwickeln kann. Und gießen natĂŒrlich. 😉

      • đŸ‘đŸŒđŸ„°

  3. Also BĂ€ume und ich gehen sich generell seit Jahren aus dem Weg. Da kann ich keine Tipps geben. Offensichtlich sind sie nachtragend.
    Ich schaffe es, Kakteen in Rekordzeit zu ertrÀnken. Vielleicht sollten wir tauschen.
    Mein Partnerbaum kann demzufolge nur der Stammbaum sein, aber selbst den ignorier ich.

  4. Achje, was ein Drama. Grossen, schönen LieblingsbÀumen beim Siechtum zuzugucken ist schon hart. Gegen den Schmerz hilft nur, schnell Webseiten zu wÀlzen und geignete ErsatzbÀume zu suchen. Schon mal an SÀuleneichen gedacht?

    • Klingt gut 🙂
      Ist aber leider direkt am Zaun. Aus Zeiten als man noch GrenzbĂ€ume pflanzen durfte. Heute gilt ja fĂŒr alles Abstand. Die beiden Fichten hatten Bestandschutz. 😩

      • Argh … Dann gibt es dort also keine Möglichkeit fĂŒr Ă€hnlichen Ersatz, sondern höchstens strauchheckentaugliches.
        Wenn man kein Fan ist von all dem giftigen immergrĂŒnen Zeug ist das schwierig.
        Der Nachbar wird vermutlich jubeln. Kann man dessen Euphorie vielleicht nutzen um Akzeptanz fĂŒr eine bunte Reihe mit Kirschpflaumen und Apfelbeeren zu bekommen, die man gelegentlich stutzen kann, wenn sie zu weit ausgreifen? Die sind bei mir in den letzten Sommern gut mit Hitze und Trockenheit zurechtgekommen, blĂŒhen, fruchten essbar, sind also auch tierfreundlich garantiert ungiftig.

      • Das klingt sehr gut, dass die das Wetter bei euch gut ĂŒberstanden haben! đŸ€© Apfelbeeren habe ich auch schon mal auf dem Schirm gehabt – und dann zugunsten von kornelkirsche nicht umgesetzt. Von denen haben wir gleich zwei angeschafft. Nun schaut das Kraut echt seltsam aus. HĂ€tten wir besser die aifelbeeren genommen. Aber ich wusste vorher nicht, wie die aussehen. Las nur immer bei den NaturgĂ€rtnern von.
        Am Zaun gibts zum GlĂŒck noch eine zweite Reihe grĂŒn, die hoffentlich irgendwann in die LĂŒcke der Fichten schließt.
        Aber die Apfelbeere … ich glaub, ich bestell diese Woche eine! Ehe die mir wieder vom Schirm gerĂ€t! đŸ˜»

      • Kornelkirschen wollen feucht und kalkhaltig, darum habe ich keine. Es gibt auch StrĂ€ucher, da gefĂ€llt einem einfach die Erscheinung am Anfang nicht, aber kaum wartest du 20, 30 Jahre … @@
        Apfelbeeren gibt es etliche Sorten. Ich habe welche am Zaun gesetzt, die weniger gross werden. Meine Nachbarn hatten zu Zeiten meiner Eltern auch eine Fichtenwand vor der Nase, ich verstehe es, wenn die es dann etwas weniger massiv lieber hĂ€tten … Was BlĂŒhendes im FrĂŒhling, im Herbst rote BlĂ€tter, das muss doch.

      • Ich habe Lehmboden, vielleicht schaut’s deshalb so … mickrig und zerzaust aus … Na, in den erwĂ€hnten 20,30 Jahren wird sie sich schon umgewöhnen đŸ˜†đŸ‘ŒđŸŒ

        Eine Fichtenwand ist doch traumhaft đŸ€© Da wĂŒrde ich mich sofort Sau wohl fĂŒhlen đŸ€©đŸ€©đŸ€©đŸ€©â€ïž

      • Lehmboden kann wirklich schwierig sein, wenn trocken. Den Boden nicht leer stehen lassen, damit nichts hart wird, könnte ich mir vorstellen., dass eine gute Massnahme wĂ€re, wenigstens mulchen statt offener Baum- und Strauchscheiben, wie frĂŒher immer empfohlen, als es noch genug Regen gab.

      • Genau so machen wir es seit letztem Jahr: Der offene Boden ist bedeckt und unter den BĂŒschen bleibt das Laub liegen. Von den Fichten ab, haben wir alles gut durch den Sommer gekriegt đŸ˜ŠđŸ‘đŸŒâ€ïž
        Was machen deine Birken?

      • Die bleiben dieses Jahr noch unangetastet. Jetzt haben sie ganz normal Herbst, aber wenn es gut lĂ€uft, bekommen sie in den nĂ€chsten zwei Wochen angeblich kommendem Regen lebenserhaltende Feuchtigkeit, wĂ€hrend der Boden noch warm genug ist, um das auch aufzunehmen.
        Mal sehen, wie es sich nĂ€chstes Jahr wird. Ich finde mich damit ab, dass sie keine Schönheiten mehr sein können, aber alles ist besser als ein totales Absterben. Der Buntspecht ist begeistert von einem dicken toten Ast – das ist auch eine Aufgabe. Solange der nicht runterkommt.

      • Bei meinen Eltern macht auch eine der ganz alten Birken schon seit Ende Juli Herbst. Ich hoffe, die bekommen dort auch endlich mal regen, da passiert leider extrem wenig.
        Hier bei uns im Pott geht es so leidlich. Regnet quasi seit Freitag und das auch immer mal zwischendurch.
        Ich drĂŒcke euch Trockenheitsgeplagten allen fest die Daumen! ❀

      • Danke. Wenn ich das nĂ€chste Mal an ihnen vorbeikomme, sage ich ihnen das. Good Vibes.

  5. Du hĂ€ttest wĂ€hrend deiner Arbeitsstrecke deinen Sprösslingen das Gießen ĂŒbertragen können – ganz im Notfall mit einer leichten Taschengelderhöhung. Dann hĂ€ttest du dir vielleicht den GĂ€rtner erspart – oder auch nicht.
    Ich StĂ€dterkind weiß gar nicht, welchen Baum ich mir aussuchen wĂŒrde – auf jeden Fall einen großen und nicht so ausladenden.

  6. Tannen oder Fichten-
    beides kann man vernichten.
    Allerdings kenn ich mich aus- mitnichten …waren es nun doch keine Fichten?đŸ€Š

    • Gestern hatte ich den Unterschied zwischen Tannen und Fichten noch drauf. Ich hatte gehofft, es fĂ€llt niemandem auf, dass das zwei verschiedene BĂ€ume sind 😆
      Fichten haben harte Nadeln, Tannen weiche. Oder so Ă€hnlich. Ich hatte es gegoogelt. Ist mir aber schon wieder entfallen 😆

  7. Eine schöne wenn auch traurige Geschichte . Deine Freundin hat ja eigentlich deinen Baum schon gefunden . Es fĂ€llt uns nur manchmal schwer , die Erinnerungen gehen zu lassen . Daher sollte vielleicht der Apfelbaum neue schöne Inspirationen bringen . Lass es doch mal zu und schau was passiert . 😄
    Liebe GrĂŒĂŸe Mona

    • Also, du meinst, ich sollte einen Apfelbaum auf den Grabstein pflanzen? đŸ€©
      Ok, aber dann besser zwei, damit sich keiner vergessen fĂŒhlt! đŸ˜†đŸ‘ŒđŸŒâ€ïž

  8. Traurig.
    Mein Freund der Baum… đŸ˜„
    Pflanz BÀume die das neue Klima garantiert abkönnen.
    Die Waldprofessoren forschen gerade dran.
    Du kannst aber auch Klimawandelgehölze googeln.
    Mir gefÀllt ja die Butternuss.
    Ist aber ein Laubbaum 😉
    Lass uns wissen was du entschieden hast.

    • Gleich zwei Freunde waren es 😭😭
      Leider kann an die Stelle nichts neues, weil stehen beide nur einen Meter vom Zaun weg. Das ist ja leider per Verordnung nicht mehr gestattet.
      Zum GlĂŒck steht da noch anderes Gehölz, die LĂŒcke wird sich bestimmt schließen 😉

      • Ich habe vor ein paar Tagen einen komplett toten Wald gesehen.
        Eigentlich ein „WĂ€ldchen“.
        Das sah aus wie in einem Science Fiction Film nach dem Abwurf einer Atom Bombe oder so.
        Grausam 😩

      • 😩 😩 😩
        Ich war am Wochenende im Sauerland. Da waren auch solche Waldgebiete. Schlimm …

  9. Mein Lieblingsbaum ist die Pterocarya fraxinifolia, zu deutsch die Kaukasische FlĂŒgelnuss.
    Und zwar nicht nur, weil sie sowohl einen tollen botanischen als auch deutschen Namen hat, sondern weil sie eine Pracht ist im Wachstum (und eine Pest, wenn man sie dann wieder loswerden will). Als SolitĂ€r breit und ausladend, im Bestand immer noch eine Augenweide durch die namensgebenden FlĂŒgelnĂŒsse 

    Hab aber noch nicht geguggelt, wie die so ĂŒber den Klimawandel denken.
    Der Trendbaum ist ja gerade der Gingko (oder Ginkgo? Noch was ohne taugliche EselsbrĂŒcke). HĂ€lt Frost und Hitze und Trockenheit und sintflutartige RegenfĂ€lle und das alles aus. Bloß macht der weibliche extrem fies stinkende FrĂŒchte und der mĂ€nnliche sieht die ersten 50 Jahre einfach scheiße aus. Da kann man sich dann ĂŒberlegen, ob man nicht lieber einen Baum mit GießkannengelĂŒsten nimmt, der aber benutzerfreundlicher ist.

    Ob aber die Pterocarya fraxinifolia mein WesensgegenĂŒber ist — da fragense mich was. Ich hab bisher nur einen einzigen Baum umarmt, auf dem Stuttgarter Schlossplatz, und da hab ich mir nicht mal gemerkt, was fĂŒr einer das ĂŒberhaupt war. (es war zur blattlosen Zeit)

    • 😀 😀 😀
      Als erstes googel ich jetzt kurz die FlĂŒgelnuss! Einen Moment …

      So, bin wieder da!
      Mit der geht es schon los, die habe ich noch nie gesehen. Aber ich sehe es: Steht die allein, ist sie ein riesig breiter Baum 🙂
      BlĂ€tter erinnerten mich an Essigbaum der kommt aber nicht ansatzweise auf solche Ausmaße, der bricht vorher auseinander, wohl weil das Holz zu schnell wĂ€chst ist es nicht haltbar.

      Gingko (oder andersherum, das weiß ich auch nicht 😀 ) war ĂŒbrigens der Lieblingsbaum von Goethe, so sagt man. Ob das stimmt, weiß ich nicht, ich wollt es nicht ĂŒberprĂŒfen. Apopos Goethe: Der hat ja auch von einer seiner Reisen nach Italien die Schwarzkiefer eingeschleppt. Jenaer UmweltschĂŒtzer stehen seitdem enorm mit ihm auf Kriegsfuß, weil die dort nĂ€mlich seit damals so langsam (zuletzt immer fixer), die Kernberge zuwuchert.
      So kannst gehen: Pflanzt du unbedacht was ein – paar hundert Jahre spĂ€ter drehen alle deswegen durch! :O
      Jetzt hab ich mich irgendwie verzettelt …
      Ach ja, der Gingkgkgo: Ein hĂ€sslicher junger, das seh ich auch so 😀

  10. Ach, das tut mir so leid, dass du mit deinen BĂ€umen solchen Kummer hast…

    • Ich liebe BĂ€ume ❀
      BĂ€ume sind ĂŒbrigens auch soziale Wesen. Die kĂŒmmern sich auch umeinander. Sogesehen ist es gut, dass es die beiden zusammen erwischt hat.

      • Ja, dann ist keiner von den beiden in Zukunft einsam…

      • ❀

        Ich komme fast jeden Tag an einer Linde vorbei, die bis zum FrĂŒhjahr da noch zu zweit standen. Jetzt soll dort Wohnbebauung hin und eine von beiden wurde gefĂ€llt. Der ĂŒbrig Gebliebenen geht es nicht gut.
        ĂŒberhaupt geht es den vier verblieben BĂ€umen dort nicht gut … vorher waren das um die 60 😩

  11. Eine sehr eindringliche Geschichte … auch als Appell zum WĂ€ssern geeignet … hier steht nur eine WasserschlĂŒrferin namens Birke 🙂

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