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Ein Teich macht Arbeit!

23. November 2017
In Vorfreude auf den nächsten Sommer will ich Ihnen heute mal einen vom Teich erzählen.

So ein Gewässer ist nämlich eine tolle Sache! Besonders viel wert ist es, wenn sich das gleich an die Terrasse anschließt. Mal stürzt ein Gast direkt von der Kaffeetafel aus rein, ein andermal pfeift der Wind den Wäscheständer hinterher; die Goldfische hecken wie die Karnickel und eine eigene Mückenzucht bekommt man gratis obendrein.
Klingt abträglich?

Ganz im Gegenteil! Ich sehe da ausschließlich Vorteile!
So man ein Wasserspiel installiert hat, murmelt und plätschert es beschaulich; für schlechte Zeiten tummelt sich Fisch, der nur darauf wartet, geschlachtet zu werden; und mit Frischwasser bevorratet ist man außerdem.
Ich denke dabei an die 14Tage alten Hamster, die der Bundesregierung gehören. Weil von denen echt lange keiner mehr gesprochen hat, will ich die an der Stelle mal wieder erwähnen. Sollen ja nicht in Vergessenheit geraten!

Von der Fresserei ab, lässt sich am Ufer auch prima chillen.
Nach Feierabend und am Wochenend stiere ich regelmäßig ein Loch ins Algenwasser. Gucken ins Grüne erholt nämlich die Augen! Man braucht dann lange keine Brille. Alternativ reicht es aber auch, wenn man viele Möhren isst.

Um augenschonend auch ganz sicher zu gehen, stehen um unseren leuchtend grünen Teich herum hohe Bäume. Laubbäume wohlgemerkt. Sie ahnen, woher jetzt die Brücke zum Teich kommt?
Herbstlaub! Würden wir die Klassiker der heimische Flora ungehindert ins Wasser abhaaren lassen, wäre im nächsten Frühjahr Essig mit unserer plätschernden Teichfreude. Stattdessen würde ein großer Komposthaufen an unserer Terrasse grenzen. Das sieht nicht nur unschön aus, das stinkt auch.

Als junge Teichbesiter (mit dem menschlichen Alter hat das übrigens nichts zu tun) erlebten wir das nämlich schon einmal. Deshalb spannt mein Mann nun Alle-Herbste-wieder ein großes Fangnetz quer über den Teich. Ursprünglich sollte das den Fischreiher vom Fressen unserer Haustiere abhalten – weil dem das Hindernis aber egal war und er einfach pfeilschnell drunter herrannte, wenn er Hunger hatte, lauben heute nur noch die Bäume drauf ab. Die alten Blatthaare hängen dann den ganzen Winter über wie eine wärmende Mütze dicht über dem Wasser. Den Fischen gefällt das auch, denn seitdem friert der Teich nur noch im extrem kalten Winter zu.

Letzten Sonntag fiel meinem Mann beim Frühstück ein: „Mensch, wir haben ja Herbst …“
Pubi kippte sich gerade eine Schüssel voll Müsli: „Das weiß ich schon seit den Herbstferien. Die nennt man nicht umsonst so.“
Mir war die Jahreszeit egal, ich hatte einen Termin. Ich packte meine Sachen und überließ meine Blitzmerker sich selber.

Als ich am Nachmittag zurückkam, schwebte die IsolierMütze über dem Teich. Als hätten die Bäume nur darauf gewartet, endlich ihre Blätter abschmeißen zu dürfen, war von der Netzstruktur schon kaum mehr was zu erkennen: Eine dicke gelbe Matte Biomasse lag darauf.
Arm in Arm am Fenster betrachteten mein Mann und ich sein Werk. Zufriedenheit durchströmte uns, denn das Netz ist das letzte, was wir in jedem Gartenjahr tun. Danach halten wir es mit den Bauern und schlafen bis zum Frühjahr.
Plötzlich sagte mein Mann: „Scheiße!“
„Was ist los?“ Ob der Kombination der beschaulichen Herbstromantik mit der FäkalVokabel war ich irritiert.
„Das Gebüsch am Ufer steht noch. Hat irgendwie keiner zurückgeschnitten …“ Er sah mich strafend an.
So ein Mist, jetzt sah ich das auch. An der Wasserkante wucherte noch die undruchdringliche, grüne Wand des Sommers, bestehend aus Schilf, Farn, verblühten Staudengewächsen und Unkraut. Die gehört vor der Bespannung zurückgeschnitten, weil man danach nicht mehr herankommt.
„Und nun?“
Mein Mann winkte ab: „Das nehm ich nicht noch mal ab. – Vielleicht schafft‘s der Fischreiher ja auch nicht, durchzukommen.“

Nun sind wir jedenfalls gespannt, wie optimal sich der Schutzwall auf unsere Fischpopulation auswirkt.

WinterTeich trägt Mütze

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From → Kolumnen

51 Kommentare
  1. 😊da wünsche ich dir das die Matte nicht zur Hängmatte wird vor lauter Laub. Wie reissfest ist denn das Material?
    Morgengrüße aus dem Cellerland von
    Ellen

  2. Das war das Erste was wir aus dem Garten beseitigt haben. Man konnte aber auch nicht mehr Teich dazu sagen, war eher ein stinkender Tümpel. Und wenn ich so daran denke wie doll lieb mich die Mücken haben, war es eine gute Entscheidung.

    • Siehst du, hättest du mal Netz drübergespannt!
      Dann wäre der bestimmt noch voll klaren reinen Wassers! 😀
      Für die Mücken haben wir übrigens Fisch. So als Nahrungskette, weißt schon: Der Größere frisst den Kleineren. Und am Ende sitz ich! 😀

  3. Der Lacher am Morgen
    vertreibt Kummer und Sorgen!
    😆

    Herzliche Grüße,
    Anna-Lena

  4. Reihern wird empfohlen, meinen Teich zu meiden!

  5. Werte Teichbesitzerfamilie!

    Also hätte ich das früher gewusst. Nun wird hier das Dasein eines Teiches mit all seinen Vorteilen so wunderbar angepriesen und ich habe vor 2 Wochen meinen ca. 30 Jahre alten Teich zuschütten lassen. Ich habe einfach die positiven Aspekte nicht erkannt. Zugegeben, auch habe ich niemanden, der so hervorragend wie der Blitzmerker ein chices Netz über das Ganze spannen könnte. Das hätte mich vor der Eliminierung meines Gewässers möglicherweise noch hindern können. Nun ja, ich bin gespannt, wie sich Euer Bio-Pool entwickelt. Hiermit abonniere ich den Teich-Newsletter. Vielen Dank 🙂

    Herzliche Grüße
    Mallybeau Fischreiher

    • Meine liebste Frau Fischreiher!
      Nein, sie haben was tun lassen?
      Und was ist mit all den Mückenlarven und sonstigen Wasserflöhen geschehen?
      Oh Mann, so ein Mist, jetzt tut es mir wirklich leid, dass ich nicht viel früher von den Teichfreuden erzählte!
      was für ein Material ist denn die Schüttmasse? Handelt es sich um hilfsbereiten, freundlichen Sand, der bei seiner Entsorgung mit zur Hand gehen würde – oder haben wir es mit grobschlächtigem Schotter zu tun? Letzterer ist unkooperativ und räumt den Platz nicht wieder.
      Was tun wir jetzt nur …?

      Hochbesorgt mit krauser Stirn,
      Frau Winterwasser

      • Leicht ist mir das nicht gefallen. So habe ich die Schilfgräser und das Gewächs drumrum stehen lassen und den Rest mit guter Erde aufgeschüttet. Den Mücken und Vögeln habe ich eine getöpferte Trinkschale als kläglichen Ersatz zur Verfügung gestellt. Mal sehen, wie übel mir das von den ehemaligen Teichbewohnern letztlich genommen wird …

      • Oha, ja du hast alles bedacht!
        Gut, das wird sich dann im Frühjahr zeigen, ob sie es krumm nehmen.
        Hier mit Mütze ist die ersten Tage auch Stress. Der Eisvogel flattert wie ein Kolibri über der Mütze und sucht einen Durchschlupf zum jungen Fisch, die Amseln laufen das Ufer ab und wollen zum Badeplatz und auch die Eichhörnchen sind irritiert. Einzig Nachbarskatzen auf Trinkwassersuche raffen die Neuerung sofort.
        Klingt zwar alles gefährlich, ist es aber nicht. Nach spätestens zwei Tagen läuft alles wieder nach Plan und alle meinen, es war nie anders.
        Viel Freude an eurer neuen Weidefläche! 🙂

      • Danke sehr. Ich bin begeistert, welch Artenvielfalt bei Euch zu bewundern ist. Ein Eisvogel, nicht schlecht Herr Specht!
        Wer weiß, vielleicht geht ja auch noch Spiderman ins neu aufgespannte Netz 🙂

      • Das kann man nie wissen, ich bin jedenfalls gespannt. Ich liege auch den ganzen Tag mit Kamera auf der Lauer, wenn sich was tut, werde ich das per hier rausposaunen! 🙂

  6. Wasser an der Terrasse ist doch richtig entspannend. Auf unsere Dachterrasse haben wir deshalb einen plätschernden Brunnen gestellt. Da das Teil nicht frostfest ist sondern nur so aussieht, muss es im Herbst immer in den Keller. Man sieht, dass auch kleine Gewässer Arbeit machen.

  7. Oh ja, als Ehemalige kann ich euch nur zu gut verstehen, lol.
    Nee, was haben wir alles versucht um den Teich klar zu halten. Zu guter Letzt musste doch immer das Wasser abgelassen werden und der ganze Modder mit Schaufel und Eimer entfernt werden. Immerhin ist das ein guter Dünger, lol.
    Na, dann mal viel Spaß weiter mit Teich und Laub. Wer rastet, der rostet 😉

  8. Als Teichbesitzer im 4. Jahr bin ich ja nun ein arges Greenhorn. Fische sind auch keine in dem kleinen Teich, ein Hund, habe ich gedacht, reicht als Gartendeko. Blätter hab ich bislang keine herausgefischt. Ist ja keine Badewanne, hab ich gedacht. Aber, wie gesagt, ich bin halt ein Teich-Greenhorn.

  9. *Diese Fischreiher sind die PEST …* sprach ein Kumpel … und gab nochmal ein paar tausend Eurönchen für KOI-Karpfen aus …

  10. Jaja, sie werden es ja nicht glauben, aber ein Scheich macht noch mehr Arbeit.
    Also, nicht verzagen beim dem bisschen Entengrütze.

    • Ja, das stimmt. Der wäre bestimmt auch obendrein richtig teuer. Ich bleib lieber bei meinem Teich!

      • Ähhem, ich soll nachfragen, ob Sie vielleicht noch ein paar fette Koi Karpfen übrig haben …???

      • Nun … ne, habe ich nicht. Aber eine ganze Fischsuppe quirlig kleiner Goldfischlein. teils rot, größtenteils noch schwarz, also noch ganz zart. Muss man nicht mal kauen, geht schlürfen.
        Lassen sich bloß schwer einfangen, das könnte ein Problem werden …

      • Hmm, soso, das ist ja wieder schwierig mit Ihnen.
        Da muss ich erst noch mal nachfragen … ähem, hüstelhüstel, gibt’s denn ein paar Portionen Meersau dazu, wenn wir Ihnen die Goldglibberfische abnehmen?

      • Jungens! Ringel und Dorsch, der Gurkenoppa und Fritze, jetzt merkt’s euch das endlich: Eddy wird nicht gegessen!

      • Du bist hartherzig.

      • Apropo, ringel und dorsch. Unser Kioskbesitzer will ihn ja nur als Zuchteber zwecks Massenproduktion kleiner Meersäue. Oder ist Eddie etwa ka… ääääh kann er gar nicht mehr … können schon … aber ohne Effekt … na, du weißt schon äääääh….

      • Auch nicht zum Decken oder sonstigen Versuchen geb ich ihn her. Der Kioskbesitzer soll besser selber für Nachwuchs sorgen, macht ihm bestimmt auch viel Freude. 🙂

      • Für Meersaunachwuchs?
        Es verschlägt mir den Atem …

  11. Hahaha, so einen Tümpel haben wir auch. Da ist eine Seerose drin, deren Knospen offenbar pure Leckerei für die Waschbären sind, wir sehen kaum mal eine erblühen. Die Idee mit dem Laubfangnetz werde ich mal dem Gatten vermitteln, dann muss er nicht mehr im Liegen im trüben kalten Wasser rumfischen! Ja, nee, Fische sind da nicht drin, jede Menge Molche aber, die offenbar vom nahen Entwässerungsgraben immigrieren. Macht aber nix, wenn sie größer werden, fressen sie sich gegenseitig auf. Jedenfalls ist auch hier immer Stimmung im Pool 😉
    LIeben Gruß – Regina

    • 😀
      Meine Seerose blüht auch schon ein paar Jahre nicht mehr. Dafür wächst die aber bald zum mannshohen Gebüsch aus. Keine Ahnung, was der fehlt. Ich hab schon zig Rate befolgt, wie man sie wieder zum Blühen bringt. Kahlschneiden, Stock halbieren, Düngen … jetzt lass ich sie einfach machen, die kriegt sich schon wieder ein. 🙂

      • Ja, lass der Natur ihren Lauf 😉 Aber der ist bei Deiner Seerose dann doch etwas ungewöhnlich – isses wirklich eine oder nennt Ihr die Pflanze nur so *duckundschnellwech* ;-)) ?

      • Hey! 😀
        Klar doch, blüht auch schon mal vereinzelt eine.
        Vielleicht mag die uns ja auch nicht. Im ersten Jahr blühte sie nämlich noch üppig. Dann hat sie wohl gemerkt, was das für Chaoten sind.
        Also, ich ja nicht … 😉

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